Coffee-to-go-Becher und anderes Geschirr aus Bambus können gesundheitsschädlich sein. Schuld sind zusätzlich eingesetzte Stoffe. Die Verbraucherzentralen fordern ein Verbot von Bambusgeschirr mit Kunststoffanteil.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Bambusgeschirr besteht nicht immer nur aus Bambus, sondern aus Kunststoffen wie Melaminharz. Bambusholzpulver und Maisstärke werden oft nur als Füllstoffe verwendet.
  • Verschiedene Untersuchungen und Produktrückrufe zeigen seit längerem, dass viele der Gefäße Melamin und/oder Formaldehyd an die Lebensmittel abgeben.
  • Formaldehyd wurde als wahrscheinlich krebserregend beim Menschen eingestuft. Melamin kann zu Schäden an Blase und Nieren führen.
  • Mehrweggeschirr und Mehrweg-Coffee-to-go-Becher schonen die Umwelt, denn sie helfen Müll zu vermeiden. Aber empfehlenswerte Materialien für den Kontakt mit Lebensmitteln und Heißgetränken sind Edelstahl, Glas, Porzellan und Polypropylen.

Die meisten Anbieter von Bambus-Geschirr werben mit nachwachsenden Rohstoffen, Recyclebarkeit und Natürlichkeit. Sie bieten ihre Produkte als Alternative zu Plastik oder als “100 % Bambus” an. Sie verschweigen jedoch oft, dass neben Bambus auch Kunststoffe wie Melaminharz oder Harnstoff-Formaldehydharze enthalten sind. Dieses Bambusgeschirr hat eine matte Oberfläche, eine Holzmaserung ist nicht zu erkennen.

Der Kunststoff Melaminharz hat den Nachteil, dass er unter bestimmten Bedingungen wie Hitze oder Einwirkung von Säure seine Bausteine Formaldehyd und Melamin an Lebensmittel abgibt.

Wer die offiziellen deutschen und europäischen Warnmeldungen nach “Bambus” oder “Melamin” durchsucht, findet regelmäßig Beanstandungen von Geschirr, das die Grenzwerte für Formaldehyd und teilweise auch Melamin überschreitet.